Das KZ-Außenlager Dachau-Allach

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Fremd und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, Juden und KZ-Häftlinge


Werbebüro der deutschen Arbeitsverwaltung zur Einstellung von Fremdarbeitern in Deutschland in Paris 1941 1. Fremdarbeiter
 
Freiwillig nach Deutschland gekommene Arbeitskräfte mit Arbeitsverträgen, die u.a. aus Frankreich, Niederlande, Belgien, Weißrussland, Polen, Tschechien oder Serbien stammten. 1) Sie wohnten in Lagern, konnten ihre Arbeitsstätten nach „Feierabend“ verlassen und ihre Freizeit außerhalb der Wohnlager verbringen. BMW beschäftigte im Werk Allach mehrere tausend Fremdarbeiter. Sie wohnten u.a. in den Lagern Karlsfeld, Ludwigsfeld und im Würmlager.

2. Zwangsarbeiter

Nach Deutschland gegen ihren Willen gebrachte Zivilarbeiter und -arbeiterinnen aus den besetzten Gebieten. Ihnen war es verboten, ihren Arbeits- und Aufenthaltsort zu verlassen. Im BMW-Wohnlager Karlsfeld und Ludwigsfeld waren tausende Zwangsarbeiter - Männer und Frauen - untergebracht. Innerhalb dieser Gruppe waren die Bedingungen für sowjetische Arbeitskräfte am schlechtesten. Die Gesamtzahl der „Zwangsarbeiter“ im Deutschen Reich betrug vorsichtig geschätzt ca. 8,4 Mio. Männer, Frauen und Kinder, davon ca. 3 Mio. Osteuropäer. 2)

3. Kriegsgefangene

Die Deutsche Wehrmacht zwang während ihres Russlandfeldzuges sowjetische, französische und italienische Kriegsgefangene ("Italienische Militärinternierte") zur Arbeit in der Rüstungsindustrie. Nach den Bestimmungen des Genfer Kriegsgefangenenabkommens von 1929 war dies verboten. Die Zahl betrug etwa 4,6 Millionen Männer. Die meisten Kriegsgefangenen stammten aus der Sowjetunion (über 2 Mio.), Frankreich (fast 1,3 Mio.) und Italien (über 600 Tsd. sog. Militärinternierte).

Bei BMW-Werk arbeiteten im September 1944 etwa 1.800 (überwiegend französische, italienische, russische und polnische) Kriegsgefangene. 3)

4BMW-Werkmeister Eisenbart (in weissem Arbeitmantel)  mit KZ-Häftlingen 1943 in der Zylinderkopfmontage im BMW-Werk Allach.. KZ-Häftlinge

Seit 1943 wurden fast alle KZ-Häftlinge zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie herangezogen. Die Gesamtzahl der Zwangsarbeit leistenden KZ-Häftlinge betrug etwa 1 Million Männer und Frauen. Die meisten KZ-Häftlinge stammten aus der Sowjetunion und aus Polen. 4) Allein für BMW-Allach arbeiteten direkt ab 1943 zeitweise bis zu 6.500 KZ-Häftlinge. Auf Anfrage von BMW gab es seit September 1941 bei den Herren Milch und Udet keine Bedenken "gegen die Einstellung von Insassen des Konzentrationslagers Dachau".

Münchner Juden bauen 1940 das Barackenlager Milbertshofen. Ab demFrühjahr 1943 von BMW als Fremdarbeiterlager für verheiratete Fremdarbeiter genutzt, die vorher im Harthof wohnten.5. Arbeitsjuden

Ab 1938 wurde die jüdische Bevölkerung zur Zwangsarbeit außerhalb der Konzentrationslager herangezogen. Sie war meist in Zwangsarbeiterlagern und Ghettos untergebracht. Die Gesamtzahl der Juden und Jüdinnen, die im Reichsgebiet Zwangsarbeit leisten mussten, betrug etwa 110.000. 5) Jüdische Frauen aus dem Barackenlager Milbertshofen arbeiteten z. B. in der Flachsröste in Lohhof. (Im O.T.-Lager Allach-Karlsfeld mussten über 1.000 Juden Zwangsarbeit für BMW leisten.)

6. Strafgefangene

Auch die Insassen von Strafgefangenenlagern und Gefängnissen wurden in der Bau-, Landwirtschaft und Rüstungsindustrie zur Zwangsarbeit herangezogen. Vorwiegend handelte es sich um Deutsche. Die Gesamtzahl der zur Zwangsarbeit herangezogenen deutschen Strafgefangenen liegt geschätzt bei ca. 200.000. So wurden kriminelle Strafgefangene aus dem Münchner Gefängnis Stadelheim direkt nach Dachau bzw. in das KZ-Außenlager Dachau-Allach überstellt. Im „BMW-Wohnlager Karlsfeld“ befand sich ein „Strafgefangenenlager der SS und Polizei“. Im KZ-Außenlager Dachau-Allach wurden kriminelle Strafgefangene als Kapos eingesetzt. 6)

 

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