Das KZ-Außenlager Dachau-Allach

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Gesundheitszustand und Ernährung


Viele Häftlinge waren schon vor dem Transport nach Allach in einem schlechten körperlichen
Zustand. Nach Anweisung des SS-WVHA sollten nur „arbeitsfähige, voll einsatzfähige Häftlinge“ überstellt werden. Allerdings war dies eher die Ausnahme. 1)  Ursache war die gewollte Mangelernährung. Darüber kann auch der merkwürdige, „optimistisch“ verfasste Bericht des ehemaligen Küchenkapos Gustav Alfred Carl nicht hinwegtäuschen: „(...) In der Küche war ich bald derjenige, der alles regeln mußte - auch das „schwarze“ Herbeischaffen von zusätzlichem Fleisch aus der Lagermetzgerei, natürlich mit Wissen von Jarolin. Wenn ich Zigaretten für die Polen in der Metzgerei in Dachau im Auftrag von Jarolin in der Kantine verlangte, was ohne Anstände ging, brachte ich dafür mindestens 2 Zentner Wurst oder zusätzlich noch ein viertel Rind mit, so daß bei uns in Bezug auf die Brotzeitportionen nicht unter dem Gewicht geschnitten wurde. Außerdem bekamen wir vom Werk wöchentlich
2 - 3 mal Wurst zusätzlich für die Nachtschichten. (...) Ich hatte auch die Mannschaftsküche
und die Kantine für die Offiziere, Kommandoführer, usw. zu betreuen. Not hatten wir nicht,
weil wir zusätzlich vom Werk Mehl, Nudeln, Bohnen, Kartoffeln, usw. bekamen.“ Die SS bediente sich ungeniert an den Lebensmittelvorräten der Häftlinge ebenso aber auch die „Häftlingsober- und Mittelschicht“, zu der Carl ebenfalls gehörte. 2) Die Verpflegung in den BMW-Kommandos war zwar besser als sonst, blieb aber ungenügend. Mit zunehmender Kriegsdauer und dem Arbeitseinsatz verschlechterte sich auch ihre Ernährungslage. Eine
große Zahl der Allacher KZ-Häftlinge war schon Jahre vor Kriegsende lebensbedrohlich abgemagert. Ein Schreiben der Kommandantur des KZ-Flossenbürg an das SS-WVHA vom 10. August 1943 verdeutlicht die Situation: „Durch Abgabe der körperlich besten Häftlinge bei den verschiedensten Transporten (...) [nach] Dachau für Allach und der Übernahme der kranken, arbeitsunfähigen und schwachen Häftlinge aus den Transporten Auschwitz und Lublin ist die körperliche Verfassung der im hiesigen Lager einsitzenden Häftlinge durchschnittlich schlechter geworden. Auch die eintreffenden Neuzugänge, die
sich meistens aus geflüchteten Zivilrussen der Industriebetriebe Nürnbergs und Regensburgs rekrutieren sind meistens in sehr schlechter körperlicher Verfassung. Bei der kriegsmässig bedingten Ernährungslage im KL ist es unmöglich, diese Häftlinge wieder voll einsatzfähig zu machen, wie ja auch aus denselben Gründen jede Erkrankung, die an und für sich einen Kräfteverlust bedeutet, heute eine dauernde bedingte Arbeitsfähigkeit mit sich bringt.“ 3)  Der Speiseplan oben stammt vom 15. November 1944 und dokumentiert die „Speisenfolge von zwei Wochen“ in Dachau-Allach. Sie bestand in diesem Zeitraum fast immer aus Suppe, Margarine, Käse und Brot.

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