Einsatz der KZ-Häftlinge bei BMW im KZ-Außenlager Dachau-Allach

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Einsatz und Betrieb


Häftlinge berichten von einem etwa 600 Mann starken Vorauskommando, das das Lager zum Bezug vorbereiten sollte. 1) Teilweise fehlten Anfang März 1943 in den Baracken noch die Fußböden. Im BMW-eigenen Baukommando arbeiteten KZ-Häftlinge ab Februar 1943 zunächst am Werks- und Lagerausbau. 2) Auch die Kanalisierung des Schwabenbächls war fast abgeschlossen. Der erstmalige Einsatz von Häftlingen des KZ-Außenlagers in der BMW-Fertigung Allach begann im April 1943. Vorher wurden die KZ-Häftlinge in mehrwöchigen Kursen in den einzelnen Arbeitskommandos von BMW-Meistern in den entsprechenden Fertigkeiten angelernt. 3)
Nach der Genfer Konvention hatten Kriegsgefangene einen besonderen Schutz, den das NS-Regime den russischen und zeitweise den italienischen und französischen Kriegsgefangenen versagte. Danach war es verboten, Kriegsgefangene in der Rüstungsindustrie arbeiten zu lassen. 4)  Vor allem mit Hilfe der russischen Kriegsgefangenen sollte ab 1941 der Arbeitskräftemangel in der Rüstungsindustrie beseitigt werden. Im Zuge dieser Aktion entstand ab Herbst 1942 das SS-Kriegsgefangenenlager Ludwigsfeld an der Südseite des BMW-Wohnlagers an der Dachauer Straße. Das Lager wurde durch die SS bewacht, Lagerführer und Kommandant war Fritz Degelow. Russische Kriegsgefangene wurden im BMW-Flugmotorenwerk in Allach ab Ende 1942 eingesetzt. Insgesamt arbeiteten dort Mitte 1944 über 600 russische Kriegsgefangene. Im Gegensatz zu den anderen westlichen Kriegsgefangenen wie Franzosen, Belgier, Engländer, etc. wurden sie deutlich schlechter behandelt. Eine weitere Ausnahme waren ab 8. September 1943 die „Italienischen Militärinternierten“ und - schon vorher - die „Rotspanier“. Auch ihnen blieb der Kriegsgefangenenstatus versagt und mussten Zwangsarbeit für BMW-Allach leisten. 5)

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