Das KZ-Außenlager Dachau-Allach

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Alltag im BMW-KZ


Zahlungen von BMW an die SS und O.T.Die SS berechnete BMW für den Arbeitseinsatz der KZ-Häftlinge einen Tageslohn von 6,- RM für einen Fach- und 4,- RM für einen Hilfsarbeiter. Das war weniger als die Hälfte des regulären Lohns. Die KZ-Häftlinge erhielten davon nichts. Davon zu unterscheiden sind die Fremdarbeiter, die ihre Entlohnung nach den geschlossenen Arbeitsverträgen ausbezahlt erhielten. Doch auch sie mussten willkürliche Abschläge hinnehmen. Beispiel: Für zu spät zur Arbeit kommen, ein halber Tageslohn! Für Verpflegung und Unterkunft wurde ein Teil des Lohnes, abhängig von dessen Höhe einbehalten. Für KZ-Häftlinge, Zwangs- und Normalarbeiter galt ab 27.1.1942 die tägliche 12-Stundenschicht. 1)  Anfang Mai 1943 arbeiteten etwa ein Drittel der Häftlinge in der Produktion, der Rest in den Baukommandos. Später erhöhte sich ihr Anteil an der Produktion. 2) Lagerführer von Dachau-Allach war SS-Obersturmführer Josef Jarolin, sein Stellvertreter Sebastian Eberl, von den Häftlingen wegen seiner Grausamkeit auch als ‚hinkender Teufel‘ bezeichnet. „Das Erschlagen und Hinrichten wegen Sabotage, wegen Fluchtversuches oder Diebstahls einiger Kartoffeln war in Allach an der Tagesordnung.“ 3) In Ermittlungsprotokollen sind über 25 Morde und Hinrichtungen beschrieben. Menschen wurden im Winter mit kaltem Wasser übergossen, bis sie zusammenbrachen und starben. 4) Der KZ-Häftling Erich Kunter kam als einer der ersten Tagesablauf KZ-Außenlager Dachau-AllachKZ-Häftlinge im Frühjahr 1943 nach Allach. Er beschrieb seine Erlebnisse in der BMW-Küche unter dem Kapo B. Wolf u.a.: „Das ganze Jahr hindurch wurde fast nichts anderes gekocht als Steckrüben oder Kraut mit Kartoffeln. Zur Abwechslung auch mal gelbe Rüben. Oder zur Spinatzeit Spinat. Donnerstags und sonntags waren die sogenannten Fleischtage. Von der Dachauer Lebensmittelverwaltung erhielten wir „Speisekarten“, auf denen vermerkt war, welche Mengen an Kartoffeln, Gemüse, Fett, Mehl, Fleisch und Brot den Häftlingen (...)“ zustand. „Aber bis die Lebensmittel zu dem kamen, der sie erhalten sollte, waren die Mengen schon bös zusammengeschrumpft. Eine ganze Reihe von Personen wollte an der Verköstigung noch profitieren, verdienen, mitessen; angefangen vom Lieferanten (...) über die großen SS-Bonzen zu den kleinen Bonzen. Wir hatten zwanzig große Dreihundertliterkessel in der Küche. Daneben in der SS-Küche zwei Herde und zwei Küblerpfannen. (...) Siebzig Liter zubereitetes Gulasch auf 5.700 Liter Mittagessen, da kann man sich vorstellen, wieviel Fleisch auf jeden Häftling entfiel.“ 5)

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